Woran arbeitet Ihr gerade ?

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Hab ne viertel Haut zum Üben Daher erstmal kleine Lederstücke, wenn das klappt, darfs mehr werden
 
@Rumburak - Mit dem gekochten Leder kannst Du Dir eine Schusssichere Weste bauen, so hart wird das :thumbsup:
Kann ich bestätigen, das hat mich ein kleiner "Unfall" gelehrt: Ich hatte einen wunderbar kuscheligen Wärmflaschenbezug aus Schaffell. Eines Tages ist mir darin die Wärmflasche kaputt gegangen und das heiße Wasser ist ausgelaufen. Nun ist das Leder hart und der Bezug zwei Größen kleiner. || Aber immerhin hab ich nun eine plastische Vorstellung davon, was es mit "gekochtem Leder" auf sich hat. ^^
 
Geht ja hier ums Färben und Färbeversuche nicht ums Lederhärten.
 
Wie so oft im Hobby... Man recherchiert was, und findet dann im drölfzigsten Nebenverweis einen Link, der einen thematisch Lichtjahre weit weg vom eigentlichen Thema bringt, aber genau dort stolpert man über etwas, woran man vorher nie gedacht hat, es aber ganz spontan mega spannend findet. So auch letzte Tage. Das Dingelchen hier hatte ich vorher nicht mal ansatzweise auf dem Schirm. Aber es guckte mich ganz putzig von unten herauf mit Dackelblick an und meinte: "Magst Du mich nicht nachbauen?" Tja, ich hab mich erfolgreich rund eine Millisekunde lang wehren können, und dann habe ich nachgegeben. Wer erkennt, was es mal werden wird? ;-) Wenn ich mal groß bin, möchte ich ein xxx werden ;-)
 
Oooh jaaaa, den Dackelblick kenn ich....begegnet einem gern mal in Ausstellungskatalogen, Museen etc. Ich wünschte nur ich würde dann auch immer gleich die entsprechende Aktivität entwickeln. Leider bin ich im Moment eher unterdurchschnittlich aktiv. Aber der Winter fängt ja auch gerade erst an.... :/ :whistling:
 
nein Du bist nicht allein, die lange Schlage der möchte-ich-mal-machen-Dinge steht irgendwann mal Rücken an Rücken mit Deiner, irgendwo zwischen Essen und Köln Mir ist ein fetter Teppichwebstuhl zugelaufen und um ihn einzuarbeiten entstehen gerade neumodische Teppiche. Beim arbeiten daran ploppen aber neue Ideen und Erkenntnisse auf und ich weiß nicht ob ich das gut oder furchtbar finde.
 
Katharina de Lo schrieb:Oooh jaaaa, den Dackelblick kenn ich....begegnet einem gern mal in Ausstellungskatalogen, Museen etc. Ich wünschte nur ich würde dann auch immer gleich die entsprechende Aktivität entwickeln. Leider bin ich im Moment eher unterdurchschnittlich aktiv. Aber der Winter fängt ja auch gerade erst an.... :/ :whistling: [/quote]Ähhhhhmmmmn, ich habe seit zwei Jahren nonstop Winter.... aber ich mache recht wenig 'mittelalterliches Gerade fertig geworden: Eine mittelalterliche Borte inspiriert von den Textilfunden aus St. Truiden (vor 1270 gefertigt) Mehr infos hier
 
Wie so oft fing die Geschichte völlig harmlos an... Marled hatte Wolle zum Verkauf, die beim Weben ihrer Verafaldur als Nebenprodukt beim Kardieren angefallen war. Spinnen wollte ich immer mal ausprobieren, also ein Kartönchen davon bei ihr bestellt. Tjaaaa... Wie spinnt man im Frühmittelalter Wolle? Mit einer Handspindel. Hab' ich sowas? Natürlich nicht. Hab' ich mich damit schon mal auseinander gesetzt? Nein, natürlich nicht. Also 'mal eben kurz' eine kleine Recherche gestartet. Und festgestellt, dass es buchstäblich tausende Funde von Spinnwirteln gibt. Aus fast jedem nur erdenklichen Material. Und in teilweise sehr interessanten Formen und Ausführungen. Und dann hat - wie so oft - das berühmte Bastel-Tourette zugeschlagen :) Relativ schnell war mir klar: egal ob Du es jemals brauchen wirst oder nicht - Du fertigst aus jedem belegten Material jeweils einen Spinnwirtel an. In einer Form und mit einem Muster, welches ebenfalls durch konkreten Fund belegt belegt ist. Quasi als eine Art Display, falls ich mal irgendwann auf einer Veranstaltung mitlagern sollte. Das hier ist jetzt schon mal der erste Schwung - aber mindestens die doppelte Menge ist bereits recherchiert, aber noch nicht fertig. Ihr kennt sowas... ;-) Spindel-Sammlung (noch lange nicht vollständig)
 
Oooohhh....von denen höre ich die eine oder andere leise rufen dass sie umziehen möchte - zum Beispiel zu mir! :D ;) Jede Spinnerin weiss dass Spindeln Rudeltiere sind....und in meinem Rudel wär auf jeden Fall noch Platz frei! :love: :saint: Nein, im Ernst - tolle Arbeiten! Ich hoffe dass Dir das Spinnen dann auch so gut gelingt wie das Spindelbauen!
 
@Katharina de Lo - da muss ein Übersetzungsfehler vorliegen :D Die kleinen Scheißerchen fühlen sich hier pudelwohl ;-) Der erste Versuch beim Spinnen war ganz okay. Nicht wirklich schnell, nicht besonders fein, aber immerhin stabil und gar nicht mal soooo ungleichmäßig. Zum Nadelbinden würde es schon mal reichen...
 
Hast du etwa deinen schönen Hnefatafl-Spielstein da verwendet 8|
 
@Thirk - nee, natürlich nicht ;-) Den Spinnwirtel habe ich schon komplett neu gemacht. Der ist nach einem Fund aus Haithabu gefertigt (das originale Muster ist deutlich feiner als meins), und die Form wird als sogenannter 'Rosettenwirtel' bezeichnet. Vergleichsfunde solcher Wirtel sind spannenderweise merowingerzeitlich mit Häufung im 6. Jahrhundert. Also zeitlich und räumlich schon recht weit weg. Da wüsste ich schon sehr gern, auf welchem Weg es dieser Glaswirtel unbeschadet durch die Jahrhunderte nach Haithabu geschafft hat. Der hätte bestimmt eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen. Es gibt noch ein weiteres Exemplar aus Glas in Haithabu - ein 'Schlierenwirtel' - welcher ebenfalls auf die Merowingerzeit datiert wird. Den mache ich mir vielleicht auch noch, mal schauen.
 
Also wenn Du schon beim genaueren Erklären der einzelnen Spinnwirtel bist - der ganz rechts und der vierte von links würden mich besonders interessieren. :rolleyes: :D
 
@Katharina de Lo - eigentlich wollte ich daraus eine kleine Serie machen, wenn alle fertig sind. Jeden Tag einen, mit einer kurzen Story dazu. Der ganz rechts ist nach einem Fund aus Torkelsby / Norwegen gefertigt, Fundnummer C33156. Das Original besteht aus schwarzem Speckstein und hat ein in zwei Reihen umlaufendes Muster aus schraffierten und ungefüllten Dreiecken sowie Lochmustern. Da ich schon ein Exemplar aus schwarzem Speckstein habe (4. von rechts), habe ich das Muster übernommen und als Material Eichenholz gewählt. Letzteres wurde aufgrund seiner Dichte und dem damit verbundenen Gewicht auch gerne für Spinnwirtel verwendet. Der vierte von links besteht aus Blei, ebenfalls ein recht gängiges Material für Wirtel. Lässt sich sehr leicht bearbeiten und hat ein hohes Gewicht. Die häufigsten Formen sind scheibenförmig oder konisch. Vorbild für das Muster ist Exemplar SHM 9152:1 aus der schwarzen Erde in Birka, im Original aus Knochen. Dieses Muster ist beim SHM unter allen Wirteln der Wikingerzeit nur ein einziges Mal vorhanden und besteht aus zwei konzentrischen Reihen von Dreiecken. Schon witzig, dass Du genau diese beiden Exemplare heraus gesucht hast. Die habe ich nämlich ausgewählt, weil sie beide ein sehr ähnliches Muster aufweisen. Sowohl bei Unimus als auch beim SHM ist mir nur jeweils ein einziger Wirtel mit diesem Muster bekannt. Eine - wie ich finde - recht bemerkenswerte Parallele :)
 
Nachdem ich letztens schon eine lustige Handvoll Spindeln angefertigt habe - die mittlerweile Kinder bekommen haben und nun fünf mehr sind - mussten die auch mal zum Einsatz kommen. Wolle hatte ich ja bereits versucht, also war nun Flachs dran. Am Anfang fand ich das Zeug total blöd. Relativ kurze Fasern, die unversponnen kaum aufeinander haften, so dass ich keinen kontinuierlichen Strang hinbekommen habe. Auch ist Flachs recht steif und ziemlich unkooperativ beim Spinnen. Dementsprechend dick fielen auch die ersten Versuche des Garns aus. So rund zwei Millimeter. Sieht man im unteren Bild auf der linken Spindel. Gestern Abend nochmal dran gesetzt. Wirtel mit kleinerem Durchmesser und wesentlich mehr Gewicht, damit der Flachs härter gedreht wird. Silvia hatte mir zusätzlich noch den Tipp gegeben, die Finger beim Spinnen zu befeuchten. Und auf einmal offenbarte der Flachs eine tolle Eigenschaft: bereits wenige Fasern - leicht feucht gesponnen und hart gedreht - ergeben ein sehr stabiles und dünnes Garn. Dann fing die Sache so langsam an Spaß zu machen. Nach ein wenig Übung hatte ich auch halbwegs den Dreh raus, wie man einen gleichmäßigen Strang aus dem Flachsbündel raus zieht. Ergebnis von gestern Abend ist nun eine Spindel, die zur Hälfte gefüllt ist mit 0,5mm dünnem Leinengarn. Ein paar weitere Abende noch und ich habe genug zum Weben :) Handgesponnener Flachs
 

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