Moin,
bin neu hier und werde mich die Tage auch noch etwas genauer vorstellen.
Zum Thema Essgeschirr zu Zeiten des ersten Kreuzzuges (der war übrigen im 11.Jh

):
Ein gebräuchliche Technik zur Herstellung von Tellern und Schalen war das Drechseln zunächst auf der Fitzelbank und dann nachfolgend auf der Wippdrechselbank (letztere mwn. sicher belegt ab dem 13.Jh, allerdings gibts bereits Funde u.a. aus Haithabu und Ribe, die den Gebrauch der Wippdrechselbank auch schon im FMA als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen).
Dazu werden neben der Fitzel- oder Wippdrechselbank noch passende Drechselhaken benötigt. Historisch korrekte wirst du dir vermutlich vom Schmied machen lassen müssen (oder du bist selbst einer

), mit etwas Glück ist dazu allerdings auch altes Holzschuhmacherwerkzeug verwendbar.
Wenn du eine Schüssel oder Schale von Hand schnitzen willst, bist du auf Axt, Messer, Dechsel und ggf. ein Scorpeisen angewiesen. Für letzteres kenne ich allerdings keinen Beleg fürs MA (was aber nicht unbedingt was heißen muß). Der Hinweis auf die Mastermyr-Truhe wurde ja bereits genannt. Sind hier jemandem Belege für geschnitzte und nicht gedrechselte Schalen und Teller bekannt?
Löffel werden in der Tat nach dem groben Zurichten des Rohlings mit der Axt (Vorsicht! große Gefahr von 'Finger ab') mit dem Messer bearbeitet, die Höhlung der Laffe kann man mit einem Schälmesser (skedkniv) herstellen, aber für solch ein Werkzeug gibt es meines Wissens nach keinen Fundbeleg. Geschmiedet, mit ebenfalls nicht belegter, wenn auch pragmatischer Griffform gibts sowas bei Dick, wie von den Vorpostern bereits genannt. Alternativ lässt sich soetwas auch mit einem Bildhauereisen aushöhlen (auch dafür kenne ich keinen Beleg). Das schöne ist, dass wir aber zumindest wissen, dass sie es irgendwie hinbekommen haben

. Ich habe mir ein passendes Skedkniv selber gemacht und kann in diesem Falle ohne den Beleg ganz gut leben.
Zu historisch korrekten Messerformen allgemein dürften für dich insbesondere die Schleswigfunde interessant sein (Eisenfunde von Schleswig, Wachholtz-Verlag), da ist auch noch ein wenig weiteres Werkzeug drin.
Gruß,
Timm